Die Geschichte Lissabons

Gepostet von Der Portugiese am Jan 23, 2012 in Städte | 1 Kommentar

In der heutigen portugiesischen Hauptstadt Lissabon hinterließen bereits vor Jahrtausenden verschiedene Kulturen ihre Spuren. Nachdem die Stadt langsam zu einer, für damalige Zeiten, beträchtlichen Metropole heranwachsen konnte, besiegelte ein Erdbeben Mitte des 18. Jahrhundert den Niedergang Lissabons. Erst im 19. Jahrhundert durfte die Stadt einen Wiederaufschwung erleben, mittlerweile ziehen jedoch vermehrt Stadtbewohner ins Lissaboner Umland.

Aufstieg zum bedeutenden Handelsplatz

Der Ort des heutigen Lissabon soll bereits von den Phöniziern und Karthagern als Naturhafen genutzt worden sein. Zudem wurden Spuren der Griechen entdeckt. Um etwa 200 v. Chr. ließen sich die Römer am Naturhafen an der iberischen Atlantikküste nieder und gaben ihm den Namen Olisipo. Rund 150 Jahre später stieg das heutige Lissabon unter Julius Cäsar zum Zentrum der Provinz Lusitanien auf. Nachdem um 610 n. Chr. in Mekka der Islam eingeführt wurde, wurden Europa, Asien und Afrika von den arabischen Eroberungszügen erschüttert. Im 8. Jahrhundert gelang es den Arabern schließlich Lissabon einzunehmen und die Stadt war bis ins Jahr 1147 in arabischer Hand. Nach der Rückeroberung verlegte König Alfons III seine Residenz nach Lissabon, was der Stadt einen beträchtlichen Entwicklungsschub bescherte. Im 15. Jahrhundert errichtete Portugal Überseekolonien und Lissabon entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der bedeutendsten Handelsplätze Europas.

Langwieriger Wiederaufstieg

Einen ersten Dämpfer erfuhr die erfolgreiche Stadtentwicklung durch die Pest im Jahr 1569. Noch schlimmer kam es jedoch 1755, als ein Erdbeben zwei Drittel der Stadt zerstörte und somit den Niedergang Lissabons einläutete. Erst während der Diktatur unter Estado Novo wurde Lissabon zwischen den Jahren 1926 und 1974 auf Kosten des übrigen Landes wieder aufgebaut. Im April 1974 wurde die heutige portugiesische Hauptstadt zum Zentrum der Nelkenrevolution. Im Jahr 1988 suchte das Schicksal Lissabon erneut heim und große Teile des Chiado Stadtviertels wurden bei einem Brand zerstört. Lissabon gehört zwar auch heute noch zu den bedeutendsten Häfen und größten Städten in Portugal, hat jedoch mit erheblichen strukturellen Problemen zu kämpfen. Die größten Probleme bereiten die marode Bausubstanz vieler Gebäude sowie das hohe Verkehrsaufkommen. Was dazu führt, dass immer mehr Menschen die Stadt verlassen und im Umland ihr Leben weiter führen. Es gibt jedoch viele schöne Unterkünfte in historischen Gebäuden, die zum Besuchen Lissabons einladen. Die lange und abwechslungsreiche Geschichte der portugiesischen Hauptstadt bescherte Lissabon eine Vielzahl an kulturellen Schätzen. Mittlerweile kann der einstige idyllische Naturhafen dem Verkehrsaufkommen jedoch kaum noch Stand halten und die historischen Gebäude verlieren zunehmend an Bausubstanz. Aus diesem Gründen entschieden sich in den letzten zwei Jahrzehnten viele Menschen dazu ins Lissaboner Umland umzusiedeln.

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